Neuer Sound

Valentina Villa Newsides Festival Utopiastadt
Foto: Süleyman Kayaalp

Beim Newsides Festival am Mirker Bahnhof dreht sich alles um den Nachwuchs in der Musik. Hier spielen viele Bands zum ersten Mal vor Publikum. Valentina Villa über Jugend, Ehrenamt und Motivation.

Valentina Villa ist 23, Sängerin, Mutter einer vierjährigen Tochter und Initiatorin des Newsides Nachwuchsfestivals. Angefangen hatte alles mit einer klassischen Gesangsausbildung. Ab dem neunten Lebensjahr bekommt sie Einzelunterricht, insgesamt zehn Jahre lang. Später singt sie sogar auf Hochzeiten und anderen Veranstaltungen. Mit dem Beginn der Pubertät verliert sie das Interesse an Arien und Co., entdeckt die Rockmusik für sich – und hängt ihre hohe Sopranstimme an den Nagel. Die damals gegründete Band mit dem Namen „Orange Box“ gibt es inzwischen nicht mehr. Trotzdem sieht sich Valentina Villa nach wie vor als Musikerin, auch wenn sie im Rahmen des Newsides Festivals erfolgreich auf die Veranstalterseite gewechselt ist.

Eine Bühne für die Jugend

Vor rund drei Jahren waren Valentina Villa und ihre Bandkollegen verzweifelt auf der Suche nach Auftrittsmöglichkeiten im Bergischen Land. Wozu hat man schließlich eine Rockband, wenn man nicht vor Publikum rocken kann? „Es gab einfach kaum Orte in Wuppertal und Umgebung, an denen wir auftreten konnten“, so die Sängerin. „Also fragten wir einfach mal bei Utopia­stadt nach.“ Dort trafen sie auf die Change­maker Simon Rummenhöller und Julian Dell, die den Vorschlag machten, doch einfach selbst einen Ort für junge Bands zu schaffen. Also schafften sie einen, ermutigt und mit der tatkräftigen Unterstützung von den Utopiastadt-Machern. Der erste Anlauf war noch ziemlich holprig, berichtet die ursprünglich aus Radevormwald stammende Musikerin. „Wir haben es das erste Mal auch noch im kleinen Nebenraum veranstaltet. Das war ein riesiges Durcheinander“, sagt Valentina Villa und lacht. Allen Beteiligten habe es trotzdem so viel Spaß gemacht, dass bereits ein halbes Jahr später das nächste Event geplant wurde.

Das gesamte Festival wird ausschließlich von jungen Leuten gewuppt, die Teammitglieder sind zwischen 17 und 23 Jahren alt. Profis haben hier nicht allzu viel zu melden, auch wenn Unterstützung in einigen Dingen unverzichtbar ist. Valentina Villa: „Wir machen so viel wie möglich selbst. Bei der Bühnentechnik helfen uns aber zum Beispiel die Azubis der Firma Thöne und Partner.“

Keine Kosten

Als besonderes Bonbon erwartet die Teilnehmer in diesem Jahr neben dem Liveauftritt auch noch ein Workshop-Nachmittag. Die Inhalte: Booking, Veranstaltungs- und Bühnentechnik sowie Gesang. „Wir wollen den jungen Musikern Hilfestellungen an die Hand geben. Es gehört ja auch einfach dazu, als Musiker zu wissen, wie ich mein Zeug auf der Bühne aufbaue oder wie ich einen richtigen Soundcheck mache“, so Valentina Villa. Genau wie das gesamte Festival werden auch diese Workshops kostenlos angeboten – ohne die zahlreichen Ehrenamtler wäre das ein Ding der Unmöglichkeit. Seit März arbeitet auch Villa ehrenamtlich, davor war sie im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes mit dabei.

Die Bewerbungen für das Festival mussten in diesem Jahr erstmals als kurze Videos eingereicht werden. Insgesamt sechs Bands wurden dann vom Team ausgesucht. Das Programm wird eine bunte Mischung: Von Rock über Metal und Singer-Songwriter bis hin zu Elektro, sogar eine Ska-Band wird dabei sein. Auch das Publikum sei immer eine interessante Mischung aus Gästen, die ohne­hin am Bahnhof sind, solchen, die extra für das Festival kommen und natürlich den Eltern und Freunden der teilnehmenden Bands, sagt Valentina Villa.